Der Rat, der mich ins kalte Wasser geworfen hat


Teil 1 einer Serie über das Lernen von Delegation


Ich kann mich gut an meine erste Führungsverantwortung erinnern. Ich war jung, hungrig, und hab mich in die Verantwortung hineingeworfen, als sie mir angeboten wurde.

Ein Satz, der alles ins Rollen brachte

Im Kopf hatte ich einen Rat aus meiner Praktikantenzeit. Wenn dir zugetraut wird, dass du es schaffen kannst, solltest du es wagen. Ein einziger Satz, den ich irgendwann gesagt bekomme und offenbar so tief verinnerlicht hatte, dass er mir genau in dem Moment wieder einfiel, in dem ich ihn brauchte.

Dieser Rat klang für mich damals wie die perfekte Ermutigung. Er hat mir den Mut gegeben, Ja zu sagen, obwohl ich noch keine Erfahrung als Führungskraft hatte. Ohne diesen Satz im Kopf hätte ich vielleicht gezögert, hätte mich vielleicht für zu unerfahren gehalten, hätte die Chance möglicherweise verstreichen lassen. Stattdessen habe ich zugesagt, mit einer Mischung aus Aufregung und Unsicherheit, die vermutlich jeder kennt, der zum ersten Mal in eine deutlich größere Verantwortung springt.

Im Nachhinein die richtige Entscheidung

Und im Nachhinein war es genau richtig, diesen Schritt zu wagen. Das will ich an dieser Stelle klar sagen, weil diese Serie sich in den nächsten Teilen mit allem beschäftigen wird, was danach nicht optimal lief. Der Sprung selbst, das Zusagen zu etwas, für das ich noch keine Erfahrung hatte, war die richtige Entscheidung. Ohne diesen ersten mutigen Schritt hätte es all die späteren Lernprozesse nie gegeben, über die ich schreiben werde.

Was der Rat nicht mitgeliefert hat

Was dieser Rat allerdings nicht mitlieferte, war eine Anleitung dafür, wie ich diese neue Verantwortung tatsächlich ausfüllen sollte. Der Satz endete bei der Ermutigung, den Sprung zu wagen. Er sagte nichts darüber, was danach kommt. Keine Hinweise, wie man ein Team führt, wie man Aufgaben verteilt, wie man selbst in dieser neuen Rolle handelt, sobald man tatsächlich drinsteckt.

Wagen war der leichte Teil. Das ist eine Erkenntnis, die sich mir erst im Rückblick erschlossen hat. In dem Moment, in dem ich zusagte, fühlte sich das wie der große, entscheidende Schritt an. Tatsächlich war es nur der erste, vergleichsweise einfache Teil einer viel längeren Geschichte.

Der Auftakt zu einem längeren Lernprozess

Ich erzähle diesen Moment so ausführlich, weil er der Ausgangspunkt für etwas ist, das sich über Jahre entwickelt hat. Delegieren ist für mich eines der spannendsten Themen in der Führungsrolle geworden, gerade weil ich es alles andere als von Anfang an konnte. Der Rat, der mich damals ins kalte Wasser geworfen hat, war der richtige Anstoß, aber er war eben nur der Anstoß. Was ich in diesem kalten Wasser dann tatsächlich gemacht habe, wie viel davon echtes Delegieren war und wie viel eher das Gegenteil, zeige ich im nächsten Teil dieser Serie.