Teil 1 einer neuen Serie über die Sache mit den Führungskräftetrainings
Als die Einladung zum dritten Führungskräftetraining in meinem Postfach landete, war meine erste Reaktion nicht Vorfreude. Es war eher ein leises, inneres Seufzen: Ach, wieder so ein Training.
Wenn du selbst schon länger in einer Führungsposition bist, kennst du dieses Gefühl vermutlich. Die HR-Abteilung organisiert etwas, das gut gemeint ist, das im Kalender steht, das man nicht einfach absagen kann und irgendwo zwischen Tagesgeschäft und gesetzten Prioritäten fragt man sich: Muss das jetzt sein?
Warum meine Skepsis nicht aus der Luft gegriffen war
Diese Reaktion kam nicht von ungefähr. Ich hatte vorher bereits zwei Führungsworkshops mitgemacht. Beide wirkten auf mich oberflächlich. Nett gemeint, ordentlich moderiert, mit den üblichen Modellen und Flipcharts, aber am Ende des Tages ging ich nach Hause mit dem Gefühl, dass ich im Grunde das bestätigt bekommen hatte, was ich vorher schon wusste oder intuitiv ohnehin schon so gemacht hätte. Kein Aha-Moment, keine echte Verschiebung in der Art, wie ich über Führung nachdenke.
Das ist keine böse Abrechnung mit Trainingsformaten. Es ist einfach eine ehrliche Bilanz aus zwei konkreten Erfahrungen, die bei mir denselben Eindruck hinterlassen hatten: gut gemeint, aber am Ende zu kurz gegriffen, um nachhaltig etwas zu verändern.
Die Erwartungshaltung, mit der ich reinging
Also saß ich in der Vorbereitung auf dieses dritte Training mit einer relativ klaren Erwartung: Ich würde ein paar Tage investieren, höflich mitmachen, das eine oder andere Mitschreiben, das man vielleicht mal gebrauchen könnte und danach zurück ins Tagesgeschäft, ohne dass sich grundlegend etwas verändert hätte.
Diese Erwartung war nicht zynisch gemeint. Sie war schlicht das Ergebnis von Erfahrung. Wenn zwei von zwei vorherigen Trainings oberflächlich waren, ist es eine vernünftige Annahme, dass das dritte ähnlich verlaufen würde.
Was diese Erwartung nicht berücksichtigt hat
Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnte: Dieses Training würde anders aufgebaut sein als die beiden davor. Nicht ein einzelner Tag oder ein Wochenend-Workshop, sondern ein Format, das sich über zwölf Monate erstreckte. Diese Information allein hätte mir eigentlich schon einen Hinweis geben können, dass hier etwas grundlegend anders gedacht war, aber ehrlich gesagt habe ich sie zunächst gar nicht richtig registriert. Für mich war es zunächst einfach: noch ein Training, nur mit einem längeren Zeitraum im Kalender.
Rückblickend ist genau das der interessante Teil dieser Geschichte. Ich bin mit einer begründeten, aber am Ende falschen Erwartung in etwas hineingegangen, das sich als deutlich tiefer und intensiver herausstellen sollte, als ich es für möglich gehalten hätte. Wie es dazu kam, dass ich überhaupt in eine Position gekommen bin, in der mir Trainings wie diese überhaupt begegnen und warum ich einen so hohen Maßstab an gute Weiterbildung anlege , das erzähle ich im nächsten Teil.

